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PID

Kurzinformationen

Präimplantationsdiagnostik (PID) fasst alle Untersuchungen zusammen, die an Embryonen außerhalb des mütterlichen Körpers, vor dem Embryotransfer, erfolgen. PID dient der Erkennung familiär bedingter schwerer kindlicher Erkrankungen oder früher Todesursachen vor der Übertragung des Embryos in die Gebärmutter.

Seit 30.06.2015 ist unser Zentrum ein durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zugelassenes PID-Zentrum.

In enger Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern sind wir mit all unseren Erfahrungen und unserem Wissen bemüht, Ihnen Ihren sehnlichsten Wunsch nach einem Kind zu erfüllen. Im Folgenden haben wir Wissenswertes zur PID und Informationen zu unserem PID-Zentrum zusammengestellt.

Ihr Weg zu einer erfolgreichen PID

Was versteht man unter PID? mehr Informationen

Präimplantationsdiagnostik (PID) kann als eine sehr frühe Form einer pränatalen Diagnostik gesehen werden. Sie erfolgt im Gegensatz zur üblichen Pränataldiagnostik aus Chorionzotten oder Fruchtwasser noch vor der Implantation eines Embryos in die mütterliche Gebärmutter. Daher ist immer eine künstliche Befruchtung (in vitro-Fertilisierung, IVF) notwendig. Mit Hilfe der PID können familiäre schwerwiegende genetische Erkrankungen vor der Implantation eines Embryos erkannt werden. In den betroffenen Familien sind bereits schwere erbliche Erkrankungen aufgetreten, behinderte Kinder geboren worden oder Kinder sehr früh, zum Teil bereits im Mutterleib, gestorben.

Als Untersuchungsmaterial können prinzipiell die beiden Polkörper der Eizelle, Blastomerzellen des Achtzellers am dritten Entwicklungstag oder murale Trophektodermzellen des fünf Tage alten Embryos dienen.

Polkörperdiagnostik (PKD) erfolgt an genetischem Material der Eizelle, die diese ausgestoßen hat und erlaubt nur eine indirekte genetische Untersuchung des mütterlichen Genoms. Für eine zuverlässige PKD ist die Analyse beider Polkörper (PK1 und PK2) unbedingt erforderlich. Leider sind in etwa 1/3 der Fälle entweder die Biopsie oder die Analyse beider Polkörper nicht möglich. PKD wird in Deutschland nicht durch das Embryonenschutzgesetz geregelt und erfordert kein Votum einer Ethikkommission.

Blastomerzelldiagnostik erfolgt am dritten Entwicklungstag an totipotenten Zellen im Achtzellstadium. Es wird eine Blastomerzelle entnommen und genetisch untersucht. Nachteil der Diagnostik ist das Risiko des Verlustes der Frucht durch die Biopsie und die hohe Mosaikrate in diesem Entwicklungsstadium. In Deutschland muss vor Untersuchungen an Blastomerzellen bei der zuständigen Ethikkommission ein positives Votum eingeholt werden.

Diagnostik an muralen Trophektodermzellen erfolgt am fünften Entwicklungstag an 1-6 bereits differenzierten muralen Trophektodermzellen einer Blastozyste. Die Frucht hat in diesem Entwicklungsstadium etwa 100-200 Zellen und besteht aus dem äußeren Trophektoderm, aus dem sich später Chorion und Plazenta entwickeln werden, aus der inneren Zellmasse, aus der sich zu einem späterem Zeitpunkt unter anderem kindliche Organe entwickeln werden und aus einer Coelomflüssigkeit. Der Vorteil einer Biopsie muraler Trophektodermzellen ist der geringe invasive Eingriff am Embryo und die bereits erfolgte Differenzierung von Zellen extraembryonalen Gewebes. In Kombination mit einer Vitrifizierung (Kryokonservierung) der Blastozyste erfolgt nach Trophektoderm-Diagnostik in der Regel ein single Embryotransfer, um Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft von Mutter und Kind abzuwenden.

In unserem Labor erfolgt PID vorwiegend an Trophektodermzellen.  Nur sehr selten wird eine PKD durchgeführt.

Wem kann eine PID helfen? mehr Informationen

Im Vorfeld einer PID ist ein ausführliches humangenetisches Beratungsgespräch erforderlich, das von Fachärzten für Humangenetik eines PID-Zentrums angeboten wird. Dabei werden die Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik aufgezeigt und die medizinische Indikation der Untersuchung gestellt.

Mittels PID können autosomal rezessiv, autosomal dominant oder X-chromosomal vererbte Erkrankungen untersucht werden. Für jedes Paar ist die Etablierung eines individuellen Testsystems anhand vor Blut- oder DNA-Proben eines Indexpatienten, der zukünftigen Eltern und/ oder weiterer Familienmitgliedern erforderlich.

Eine weitere Indikation für eine PID sind elterliche balancierte Translokationen, die in unbalancierter Konstellation mit der Geburt eines Kindes mit einem unbalancierten Chromosomensatz führen. Kinder mit einem unbalancierten Chromosomensatz aufgrund einer elterlich balancierten reziproken Translokation zeigen in den meisten Fällen komplexe chromosomale Syndrome.

Da sowohl bei PID aufgrund einer monogenen Erkrankung, als auch einer elterlichen balancierten Translokation, die zur Geburt eines Kindes mit einem unbalancierten Chromosomensatz führen kann, Blastozysten erkannt werden, die nach Implantation zur Geburt eines Kindes mit der familiären Erkrankung oder schweren Behinderung führen, sehen wir im Vorfeld die Notwendigkeit einer ethischen Beurteilung durch die zuständige Ethikkommission.

Welche Methoden kommen in unserem Labor bei einer PID zum Einsatz? mehr Informationen

In unserem Labor verfügen wir über ein breites Methodenspektrum und können somit vielen Paaren helfen.

Untersuchungen auf monogene Erkrankungen erfolgen mittels Mikrosatellitenanalyse, Fragmentanalyse, Sequenzierung, Minisequenzierung und Karyomapping. Die Methodenwahl erfolgt jeweils individuell, abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung und der ursächlichen Mutation. Wir haben bisher die Diagnostik für über 20 Gene etabliert, entwickeln ständig weitere Analysen und bemühen uns, bei jeder Fragestellung eine optimale diagnostische Möglichkeit anbieten zu können.

Im Falle einer elterlichen balancierten Translokation verwenden wir in Abhängigkeit von der elterlichen Chromosomenveränderung Array-basierte genomweite Imbalancekartierung (array comparative genomic hybridization, aCGH), Fluoreszenz in situ Hybridisierungen (FISH) oder Mikrosatellitenanalysen.

Unsere Untersuchungsmethoden sind international breit akzeptiert und in unserem Labor etabliert und validiert. Unser Labor ist nach der Norm DIN EN ISO 15189:2014 akkreditiert. Seit Juli 2014 sind wir zusätzlich als eines der ersten deutschen humangenetischen Zentren im Bereich der Einzelzelldiagnostik für genomweite Imbalancekartierung und seit April 2015 für die Untersuchung monogener Erkrankungen an Einzelzellen durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert. Wir nehmen regelmäßig und mit einem sehr guten Erfolg an internationalen Ringversuchen teil.

Die Qualität der Diagnostik hat bei uns die höchste Priorität. Die große Herausforderung bei PID ist die minimale Menge des Untersuchungsmaterials. Dies stellt sehr hohe Anforderungen an die Untersuchungsmethoden, da hohe Risiken für Kontaminationen und Analyseausfälle bestehen. Trotz umfangreicher Validierungen unserer Untersuchungsmethoden kann ein Restrisiko von ca. 2-5 % für eine fehlerhafte Diagnose nicht komplett ausgeschlossen werden.

Müssen Sie einen Antrag bei der Bayerischen Ethikkommission stellen? mehr Informationen

Die Frau des Paares muss einen Antrag für die Zustimmung einer PID bei der Bayrischen Ethikkommission einreichen. Näheres dazu finden Sie auf der Internet-Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege
Antrag auf Durchführung einer PID
Informationsblatt zur Antragstellung

Im Rahmen des humangenetischen Beratungsgespräches können wir gerne alles Notwendige für den Antrag besprechen. Sie können uns jederzeit kontaktieren, falls Sie Unterstützung bei der Antragstellung benötigen. Zudem bekommen Sie für Ihren Antrag von uns die folgenden Anlagen, die Sie bitte Ihrem Antrag belegen:

1A Ärztlich-humangenetischer Befund
2 Formular zur Dokumentierung der psychosozialen Beratung
3A und 3B Einwilligung zur Datenerhebung und -nutzung
4 Bestätigung, dass eine PID in Ihrem Fall in unserem Zentrum durchgeführt werden kann

 

Wie läuft die PID ab? mehr Informationen

Im Vorfeld einer PID erfolgt eine ausführliche genetische Beratung durch eine Fachärztin für Humangenetik aus unserem PID-Zentrum. Dabei werden die Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik aufgezeigt und die medizinische Indikation der Untersuchung beurteilt. Sie bekommen von uns einen Kostenvoranschlag sowie Unterlagen, die Sie bei der Bayrischen Ethikkommission mit Ihrem Antrag einreichen müssen. Wir helfen Ihnen gerne bei der Antragstellung. Parallel können Sie einen Termin bei einem unserer reproduktionsmedizinischen Partner vereinbaren, um die erforderliche künstliche Befruchtung zu besprechen.

Eine psychosoziale Beratung durch eine(n) unabhängige(n), nicht in die IVF- oder PID-Maßnahme involvierte(n), Arzt/Ärztin muss erfolgen, bevor Sie Ihren Antrag bei der Ethikkommission einreichen können. Eine Bestätigung der Beratung müssen Sie Ihrem Antrag beilegen. Diese Beratung kann z.B. durch die/den betreuende/n Gynäkologin/en erfolgen. Falls gewünscht, bekommen Sie von uns auch die Kontaktdaten von Beratungsstellen.

Die Entscheidung der bayerischen Ethikkommission über Ihren Antrag auf Bewertung wird Ihnen innerhalb von drei Monaten, nachdem Ihre Unterlagen vollständig eingereicht wurden, schriftlich bekannt gegeben. Schicken Sie uns bitte eine Kopie des Bescheides. Nach einem positiven Bescheid durch die Ethikkommission kann eine PID erfolgen.

Abhängig von der Indikation kann eine familienspezifische Etablierung und Validierung des Testsystems nach Rücksendung unseres Kostenvoranschlages und einem positiven Votum der Ethikkommission begonnen werden. Der unterschriebene Kostenvoranschlag ist für beide Seiten verbindlich. Hierfür müssen 2-3 Monate veranschlagt werden. Wir melden uns bei Ihnen, sobald Etablierung und Validierung abgeschlossen sind. Während der Etablierungsphase können Sie die reproduktionsmedizinische Behandlung beginnen.

Der Zeitpunkt der Durchführung der PID wird in enger Zusammenarbeit mit dem reproduktionsmedizinischen Zentrum geplant und abgestimmt. Das Ergebnis der Analyse wird Ihnen direkt nach Abschluss der Diagnostik berichtet. Sie entscheiden über den Transfer von Embryonen, die nach Implantation zur Geburt eines Kindes führen, das nicht von der familiären Erkrankung oder Behinderung betroffen sein wird. Trotz PID besteht auch für Sie, wie für alle Paare, das Basisrisiko von 3-4 % für schwere Erkrankungen oder Behinderungen, die nicht vorhergesehen oder behandelt werden können.

Die Analysen können aber auch ergeben, dass alle Embryonen betroffen sind. In diesem Fall kann die Frau den Transfer eines Embryos ablehnen.

Wie hoch sind die Kosten einer PID? mehr Informationen

Die Kosten einer PID sind von der Fragestellung, Familienkonstellation und Methodik abhängig. Mit welchen Kosten Sie in Ihrem Fall zu rechnen haben, erfahren Sie während des humangenetischen Beratungsgespräches. Sie sind in einem schriftlichen Kostenvoranschlag zusammengefasst.

Die Kosten einer Präimplantationsdiagnostik werden bisher nur in Einzelfällen von den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Sie sollten auf jeden Fall Ihre Krankenkasse kontaktieren und einen persönlichen Termin mit dem zuständigen Mitarbeiter vereinbaren.

Wie erfahren Sie, ob die Durchführung einer PID möglich ist? mehr Informationen

Bitte vereinbaren Sie bei uns einen Termin für ein humangenetisches Beratungsgespräch. In diesem Gespräch wird anhand Ihrer Unterlagen geprüft, ob eine Indikation für eine PID besteht, welche Methodik zum Einsatz kommen kann und ob die Bearbeitung in unserem Zentrum möglich ist. Bitte senden Sie uns schon vor Ihrem Beratungstermin Kopien aller genetischer Befunde, Arztbriefe usw. zu. Aus Datenschutzgründen ist die Zusendung persönlicher und genetischer Daten per Post oder Fax am Sichersten.

Unsere Kontaktdaten sind:
MVZ Humane Genetik
Lindwurmstraße 23
80337 München

Telefon: 089-548629-0
Fax: 089-548629-243
Email: info@humane-genetik.de

Das MVZ Humane Genetik ist als eines der ersten deutschen humangenetischen Zentren seit Juli 2014 im Bereich der Einzelzelldiagnostik für genomweite Imbalancekartierung und seit April 2015 für die Untersuchung monogener Erkrankungen an Einzelzellen durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert und erfüllt somit alle gesetzlich geforderten fachlichen Voraussetzungen.

Zusammen mit unserem Partnern aus der Reproduktionsmedizin München sind wir ein Vollmitglied im PGD Consortium der europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (European Society of Human Reproduction and Embryology, ESHRE), nehmen somit am Erfahrungsaustausch mit anderen europäischen Zentren teil und nutzen die internationale Datensammlung.

Unsere reproduktionsmedizinischen Kooperationspartner sind:

Reproduktionsmedizin München
Medizinisches Versorgungszentrum
Partnerschaftsgesellschaft
Dr. Walter Bollmann
Dr. Thomas Brückner
Dr. Ulrich Noss
Dr. Daniel Noss
www.ivf-bbn
Zentrum für Fruchtbarkeitsmedizin Profertilita
Regensburg
Prof. Dr. Monika Bals-Pratsch
Dr. Angelika Eder
www.profertilita-regensburg-kinderwunsch.de
Kinderwunschzentrum Ludwigsburg
Ludwigsburg
Dr. med. Andreas Ott
www.kiwu-lb.de

Wir bieten Ihnen auf höchstem Niveau diagnostische Sicherheit sowie individuelle und menschliche Beratung und Begleitung während Ihrer Behandlungen an. Sollten Sie Fragen bezüglich Präimplantationsdiagnostik (PID) haben, zögern Sie nicht zu uns Kontakt aufzunehmen.

 

Ansprechpartner

Dr. phil. Päivi Forsblom
M.Sc. Genetik

089 / 54 86 29 - 0
089 / 54 86 29 - 243

Dr. med. Dr. rer. nat. Claudia Nevinny-Stickel-Hinzpeter

+49 89 / 54 86 29 - 0
+49 89 / 54 86 29 - 243
Akkreditierung
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